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Geschichte des Palastes

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Der Palast von Wilanów wurde auf Initiative von König Jan III. als außerhalb der Stadt gelegene Sommerresidenz erbaut. Der Entwurf ist das Werk von Augustyn Locci dem Jüngeren, der für den König 20 Jahre lang während dessen Herrschaftszeit arbeitete. Am Anfang stand in Wilanów ein kleines Gutshaus, das mehr an die Residenz eines Gutsbesitzers als an die eines Königs erinnerte. Der grundlegende Ausbau begann schon in den 1680er-Jahren und wurde bis zum Tod des Königs 1696 fortgeführt.

Zu dieser Zeit entstand ein repräsentativer Palast, der an die französischen Residenzen des Typs entre cour et jardin („zwischen Hof und Garten“) anknüpfte und Elemente aus der italienischen Villenarchitektur entlehnte. Der Umriss des Palastes ist klar symmetrisch und spaltet sich in einen nördlichen Teil mit Dekorationen, die mit der Königin Maria Kazimiera verbunden sind, und in einen südlichen, der zum König Jan III. „gehört“. Die Dekorationen der hofseitigen Fassade, die eindeutig auf antike Muster Bezug nehmen, preisen die königlichen Tugenden sowie die politisch-militärischen Errungenschaften des Monarchen. In der Mitte der Fassade über dem Haupteingang verkünden die Gestalten zweier Famen die Devise „Sociant cum pace triumphos“ („Sie verbinden Triumphe mit dem Frieden“). Dies ist eine Zusammenfassung der Philosophie des Monarchen, der den Wohlstand der Rzeczpospolita, der Polnischen Republik, nicht nur auf militärische Siege, sondern auch auf eine friedliche Regierung stützen wollte, um so die Entwicklung von Wissenschaft, Kunst und Ackerbau zu gewährleisten. Die sich ganz oben an der Fassade befindende Komposition aus der Sonne, goldenen Schildern sowie dem Zitat aus dem Buch der Makkabäer: „Refulsit sol in clypeis“ („Die Sonne glänzte auf den Schildern“) bezieht sich auf das Wappen der Familie Sobieski, Wappengemeinschaft Janina – ein glatter Schild, der sowohl Obhut als auch Schutz sowie die Reinheit der Tugenden symbolisiert.

Die Dekoration der Gartenfassade knüpft an eines der „geheimnisvollsten“ antiken Werke, die sog. 4. Ekloge Vergils, an und bleibt in gewissen Punkten bis heute ein Rätsel. Die astrologische Symbolik, die sich auf die verstreichende Zeit bezieht, wird hier der Vision untergeordnet, eine dynastische Herrschaft in der Rzeczpospolita einzuführen und Jakub Ludwik, den ältesten Sohn Jans III., auf den polnischen Thron zu befördern. Zugleich kommt hier die Überzeugung zum Ausdruck, dass die Rzeczpospolita unter der Herrschaft der Sobieskis, nach einer Zeit der Unruhe und der Kriege, das ersehnte goldene Zeitalter erwartet.

Es war das Vorhaben Jans III., einen Palast mit Seitenflügeln zu bauen, der Tod des Monarchen unterbrach jedoch die Arbeiten. Diese führte Elżbieta Sieniawska fort, die Wilanów 1720 von Konstanty Sobieski, dem jüngsten Sohn Jan Sobieskis, erwarb. Sie veranlasste den Bau der Seitenflügel nach dem Projekt von Giovanni Spazzio, der an die bestehende Architektur und die Pläne aus der Epoche Jans III. anknüpfte. Inhaltlich konzentrierten sich die Dekorationen in diesem Fall auf Darstellungen, die den „Metamorphosen“ von Ovid entlehnt waren. Um 1730 wurde die südliche Fassade des Südflügels nach einem Projekt von Zygmunt Deybel umgebaut.

Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts entwarf Szymon Bogumił Zug auf Anweisung Izabela Lubomirskas drei Gebäude rund um den Hof – die beiden freistehenden der Wache und der Küche sowie jenes der Bäder, das an den Palast grenzt. Sie alle zeigen bereits einen frühklassizistischen Stil, sowohl durch einen vereinfachten Umriss als auch in der architektonischen Dekoration.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die nördliche Fassade des Nordflügels im Stil der Neurenaissance umgebaut und um Dekorationen in Form von Medaillon-Porträts und Adelswappen, die an alle Besitzer von Wilanów erinnern, bereichert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde auf das bestehende Gebäude der Bäder ein Stock daraufgebaut.

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